Posted in August 2006

SpeedScript: Angriff auf Qwerty

Ich habe im Rahmen meiner Venturelab-Aktivitäten schon ein paar mal von SpeedScript gehört. Das Unternehmen existiert schon seit dem Jahr 2000 und beschäftigt sich mit effizienten Eingabemethoden bei mobilen Geräten. Ich habe gerade die Produktdemo (Startseite rechts oben) intensiv angesehen und bin vom Konzept begeistert. Es gibt auch eine Live-Demo als Video.

Von SpeedScript wird versprochen:

SpeedScript wurde dezidiert für portable Geräte konzipiert, Benutzer schreiben schneller als im Zehnfingersystem.

SpeedScriptOb ich damit wirklich 300+ Anschläge pro Minute auf einem PDA schaffe, bezweifle ich zwar. Doch ehrlich gesagt wär ich schon mit einer Verdoppelung der Eingabegeschwindigkeit bei meinem Palm zufrieden. Derzeit werden jedoch erst Windows-Geräte unterstützt. Palm und Symbian sollen noch dieses Jahr folgen.

Die Methode ist patentiert und die Software wird für knapp 10 EUR verkauft. Doch so richtig durchsetzen wird sich das System wohl erst, wenn es werksmässig ausgeliefert wird (erste Kooperationen mit Swisscom laufen schon).

Das Unternehmen wurde 2005 mit dem CTI Start-up Label ausgezeichnet und zählt in der Liste von Red Herring zu den “Top 100 European Companies” (mehr Infos).

Fazit von Chuchichäschtli: Sehr cool!

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Viral Marketing Seminar

Da Erfolgsstories im Web meistens (immer?) eine Viral Marketing Komponente haben, hier ein interessantes Referat von GoViral, über welches ich gerade gestolpert bin.

[flash]http://sevenload.de/videos/XzsTjTr[/flash]

Learnings:
- Man sollte nicht auf Stufe 1 der Pyramide starten, sondern auf Stufe 4 oder 5, also in der Mitte der Pyramide. D.h. auf die sogenannte Seeding-Phase sollte sehr starker Wert gelegt werden. Denn viele virale Kampagnen kommen nicht über Stufe 2 oder 3 der Pyramide hinaus.
- Seeding sollte man bei sogenannten Connection-Points vornehmen, also Orten wo sich Leute treffen, d.h. Blogs, Foren, Entertainment Websites etc.
- Virale Werbemittel sollten nicht als Werbemittel, sondern als redaktionelle Inhalte produziert werden, die man nahtlos in Connection-Points einbauen kann, ohne dass die Inhalte als Werbung aufgefasst werden (Glaubwürdigkeit ist wichtig)
- Um eine globale Verbreitung zu erreichen, sollte man in jedem grösseren Land die Connection-Points bearbeiten. Wenn man sich z.B. nur auf englischsprachige Connection-Points beschränkt, erreicht man die nicht englischsprachigen Länder mit grossen Wahrscheinlichkeit nicht (Goodyear hat einen Videoclip z.B. in 5 Ländern und 600 Connection-Points gesät)
- Der grösste Teil des Traffics kommt vom “long tail” und nicht vom “peak” zu Beginn
- Gute Kennzahlen bei viralen Kampagnen sind “cost per view” und “cost per engagement”

(via Site-9)

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf das gute Grundlagenbuch von Sascha Langner hinweisen, welches ich bereits gelesen habe und sehr empfehlen kann.

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Klassenfreunde.ch mit 250’000 Mitgliedern

In Kürze durchbricht der am 6. Februar 2006 gestartete Service Klassenfreunde.ch die Zahl von 250’000 Mitgliedern (aktuell sinds 248’122). Ein beachtliches Wachstum in nur 6 Monaten. Trotzdem scheint sich die virale Marketingkraft ein wenig abzuschwächen, denn in den ersten drei Monaten von Februar bis Mai haben sich 200’000 Mitglieder angemeldet, in den letzten drei Monaten von Mai bis August jedoch "nur" 50’000. Auch der Traffic scheint gemäss Alexa ziemlich rückläufig zu sein (im Vergleich zu StudiVZ erscheint dies noch deutlicher). Es stellen sich berechtigte Fragen wie:

  • Wie kann man Mund-zu-Mund-Propaganda über längere Zeit aufrecht erhalten?
  • Wie kann man angemeldete Nutzer regelmässig reaktivieren?

Das Geschäftsmodell von Klassenfreunde.ch scheint plausibel. Man setzt auf Basic/Premium (à la OpenBC) und auf Werbevermarktung. Mir stellt sich die Frage, ob sich beide Geschäftsmodelle überhaupt vertragen. Wäre ich zahlender Kunde, würden mir die blinkenden Banner ziemlich auf die Nerven gehen. Oder hab ich irgendwo die Passage überlesen, dass die Website für zahlende Kunden werbefrei ist? Auch scheint mir die Zielsetzung ein wenig gar konservativ (zumal ja jetzt schon die 250’000 durchbrochen werden):

In drei Jahren möchten wir die Community auf klassenfreunde.ch auf 700’000 Mitglieder ausbauen. (Quelle)

Ziele sind ja schön und gut, aber warum gerade 700’000? Allein in der Schweiz haben wir 4 Millionen Internetnutzer, wovon die meisten vermutlich mindestens die Primarschule absolviert haben. Es scheint auch Expansionspläne zu geben, wie man im neusten Newsletter nachlesen kann:

klassenfreunde.at geht nächste Woche online

Ich bin gespannt, wie es mit diesem Service weitergeht.

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Chuchichaeschtli.com war schon mal ein Blog

Irgendwie scheine ich ein Händchen für bereits benutzte und wieder freigewordene Domains zu haben. Nach webmasterforum.ch, ayom.com ist nun tatsächlich auch chuchichaeschtli.com eine bereits benutzte Domain, ohne dass ich beim Registrieren davon Kenntnis gehabt habe (alle Links führen auf Archive.org).

Wie anthrazit im 2005 berichtete:

Chuchischäschtli
Stefan Züsli schreibt unter Chu-
chichaeschtli.com unter anderem
über die Schweiz – auf Englisch
natürlich und manchmal auch ein
bisschen auf Schweizerdeutsch.
www.chuchichaeschtli.com

Quelle: www.anthrazit.org via Google

Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Omen, dass auf dieser Domains bereits mal ein Blog “Made in Switzerland” war?

PS: Gemäss dieser Liste ist die Domain am 22.7.2006 ausgelaufen. Ich habe die Domain am 3.8.2006 registriert. Wenn das mal kein gutes Timing war :-).

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START Summit 2006 Webstream

Neben Venturelab fördert auch START in der Schweiz Unternehmertum im grösseren Stil. Am 19. Juli 2006 fand die Summit 2006 Veranstaltung statt, u.a. mit Referenten wie Lars Hinrichs von openBC und Peter Schüpbach.

Die gesamte Veranstaltung ist seit Kurzem via Webstream online.

(via zimtBlog)

Update:
Learnings aus Spirit speech von Bert Twaalfhooven:
- There is no substitute for hard work
- It’s not what you know, but who you know
- Sein grösster Erfolgsfaktor war sein Netzwerk bestehend aus Harvard-Alumni
- Man sollte nicht sofort mit 22 Jahren Unternehmer werden, sondern ein paar Jahre irgendwo seine Hörner abstossen
- Es ist von Vorteil, wenn man weiss, was man nicht weiss (damit man die Leute einstellt, die wissen, was man nicht weiss)
- Studenten von Top-Unis sind gute Werkzeuge für Konkurrenz-Analysen (und auch gute potentielle Mitarbeiter)
- Man muss seinen Markt kennen (und zwar richtig gut)
- Von seinen 45 Start-ups erwiesen sich 18 als Fehlschläge (total $55 Mio Verlust)
- Man muss auf kulturelle Dinge achten, wenn man global tätig ist. Man sollte wenn möglich lokale Leute einstellen

Learnings aus Spirit Speech von Mark Korzilius:
- Nicht nur eigenes Geld investieren, sondern immer auch schauen, ob andere Leute bereit sind, in die Idee Geld zu investieren (sonst läuft man Gefahr, auf die Schnauze zu fallen)
- Scheitern gehört zu Unternehmertum dazu
- Wissen ist kein Garant für Erfolg. Manchmal reicht gesunde Intuition völlig
- Note to myself: Chipkarten in Gastronomie = saugute Idee

Learnings aus Impulsreferat von Dr. Martin Hüfner:
- Winston Churchill (1946): “Europe should be as free and happy as Switzerland”

Learnings aus Spirit Speech von Bill Liao (Mitgründer von openBC):
- Er hat bereits 10 Unternehmen gegründet, wovon sich 3 als Misserfolge erwiesen haben
- Share your goals (be open, articulate and positive)
- The most important part of entrepreneurship isn’t inspiration, isn’t goals, it’s just doing it
- Just get stuff out on the market, as fast as you can. Then wait for feedback and implement it. SPEED is most important
- Don’t start a company alone. Teams are smarter than individuals.

Learnings von Spirit Speech von Rolf Dobelli (Gründer von getAbstract):
- Dobelli ist ein grosser Skeptiker von Erfolgsstories und Erfolgsregeln. Die Welt ist zu komplex um sie in einfachen Regeln zu beschreiben
- Er hat in 4 Jahren HSG praktisch nichts gelernt
- Man wird als Angestellter nicht reich und man hat immer einen Chef (und das hat er gehasst)
- Es gibt fast keinen einfacheren Weg als Geld zu verdienen als Unternehmer
- Der Grund, warum es trotzdem recht wenig Unternehmer gibt, sind die hohen Opportunitätskosten (=normale Karriere)
- Ein Businessplan ist ein Verkaufswerkzeug, und zwar ein Werkzeug um Investoren zu überzeugen
- Es ist wichtig, bei Finanzierungen die Mehrheit nicht abzugeben (getAbstract hat 7 Mio CHF Venture Capital bekommen und hat nun fast wieder 100% zurückgekauft)
- Mittlerweile nutzen 3.5 Mio Menschen getAbstract (und zwar kostenpflichtig)
- Glück hat eine sehr grosse Rolle gespielt
- Als Start-up ist man immer zuerst ein Nobody (6 Monate bis 2 Jahre lang)
- Berater sind keine Unternehmer :-). Unternehmer produzieren im Optimalfall ein Produkt, das skalierbar ist.
- Sein beruflicher Sinn besteht darin ein Produkt zu bauen, das von vielen Menschen benutzt wird und zu einem Teil der Welt wird
- Man sollte sich vor dem 35. Lebensjahr selbständig machen
- Man braucht kein HSG-Studium, um Unternehmer zu werden (im Gegenteil). Es ist alles common sense. Man muss gut verkaufen können
- getAbstract hat 50-60 Vollzeit-Mitarbeiter (heruntergerechnet)
- Copyrights sind wunderbare Eintrittsbarrieren
- Fazit: Top speech

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Schweizer Web 2.0 Unternehmen “coComment”

B2Day hat mich gerade auf ein Schweizer Web 2.0 Unternehmen aufmerksam gemacht, welches ich noch nicht kannte. Es handelt sich um coComment (mit Sitz in Genf), einem Service bei dem man seine ganzen Kommentare zu Blogs, Foto- und Video-Seiten managen kann.

Before coComment, comments made across different sites (such as blogs, photosharing services, news sites, and others providing the ability for readers to leave comments) did not come together into a clear conversation, but were fragmented, hard to follow, and untrackable discussions. Using coComment, you can now keep track of all the comments and discussions your are participating in or observing on the web. When someone adds something to the comment stream or discussion, you’ll be notified.
www.cocomment.com/about

Um coComment zu benutzen installiert man eine Extension (automatische Nutzung) oder ein Bookmarklet (manuelle Nutzung) und schon werden alle Kommentare im Account zusammengefasst.

Interessanter Service mit erkennbarem Nutzen. Doch wie immer stellt sich die Frage: Wie wird Geld verdient?

PS: Wer Videos mag, hier ein Video-Review über coComment:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=ukRZ8t8-OS0[/flash]

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Pirates of Silicon Valley DVD

Es fing damit an, dass Alain ein Buch über Steve Jobs ins Büro brachte. Ein paar Wochen später hatte auch ich es gelesen und war begeistert von der spannend erzählten Geschichte. Über YouTube bin ich auf folgende Ausschnitte aus dem Film “Pirates of Silicon Valley” gestossen. Seither stand dieser Film auf meiner Kaufliste (Tipp: lebensmittel-online.ch). Da es auf Amazon.de nur die VHS-Version zu kaufen gibt, hab ich die DVD kürzlich über Amazon.com bestellt (für insgesamt etwas über $18 inkl. Versand, was ich ziemlich fair finde).

Trailer:
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=lEyrivrjAuU[/flash]

Mein Fazit:
Die Apple-Geschichte kannte ich ja schon, daher war die eher langweilig. Was ich allerdings sehr unterhaltsam fand war die Geschichte über die Anfänge von Microsoft. Steve Ballmer war mir von allen frühen Microsoftlern (gemäss dem Film) irgendwie am sympathischsten. Zum Beispiel die Szene, in der er für Bill Gates auf der Toilette einem Mann eine Krawatte abkauft, fand ich köstlich. Alles in allem gute Unterhaltung für Silicon Valley Freunde (auch wenn die Geschichte für die meisten schon mehr oder weniger bekannt sein dürfte). Ich freue mich auf eine allfällige Fortsetzung des Films. PS: Triumph of the Nerds soll auch sehenswert sein (jedoch schrecken mich die $50 irgendwie ein wenig ab). Vielleicht gibts das Ding ja mal auf Hitflip zum Tausch ;-).

Update 9.9.2006

Dieses Video hab ich ja komplett vergessen einzubauen. Steve Jobs und Noah Wyle haben sich an der Macworld 1999 etwas Lustiges einfallen lassen. Bei der Keynote ist statt Steve Noah auf die Bühne getreten:

[flash]http://youtube.com/watch?v=TIClAanU7Os[/flash]

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Google und MySpace kooperieren

Wie Techcrunch berichtet, haben Fox und Google einen interessanten (und exklusiven) Deal unterzeichnet. Die Zusammenarbeit hat ein Volumen von knapp 1 Mrd Dollar und geht bis 2010. Dieser Deal soll den Umsatz von MySpace (der derzeit bei geschätzten 350 Mio Dollar liegt) deutlich ankurbeln. Pressemitteilungen von News Corp und Google. Auch John Battelle berichtet.

Chuchichäschtli sagt: Nice move! Denn wieder einmal hat es Google geschafft, einen bedeutenden Deal für sich zu entscheiden.

Update 9. August 2006:
Bei Ayom hat sich eine ziemlich grosse und interessante Diskussion zu diesem Thema entwickelt.

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Jelmoli hat Preisinsel AG gekauft

Diese Nachricht ist zwar nicht mehr ganz so neu, aber aus Schweizer E-Commerce-Sicht trotzdem genug interessant um jetzt noch darüber zu berichten. Die Jelmoli Holding AG baut ihre E-Commerce Aktivitäten aus und hat die Preisinsel AG mit ihren Portalen www.netto24.ch und www.preisinsel.ch übernommen. Aus der offiziellen Pressemitteilung:

Ein vollständiges Bürobedarf-Sortiment wird in den nächsten Wochen aufgeschaltet, womit www.netto24.ch mit Abstand zum grössten und komplettesten Schweizer Internet-Discounter wird.

Jelmoli hat dieses Jahr bereits Eschenmoser übernommen und bleibt damit auf Expansionskurs (Pressemitteilung).

Die beiden Gründer bleiben dem Unternehmen erhalten und weiterhin am Unternehmen beteiligt. Netto24.ch betreibt auch ein eigenes Blog.

Sowohl IT-Reseller als auch der Tagi haben hierüber bereits berichtet.

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Impressionen vom 1. August (Nationalfeiertag)

Am 1. August war Schweizer Nationalfeiertag (siehe geschichtlicher Hintergrund). Nachfolgend einige Impressionen von den festlichen Aktivitäten, Höhenfeuern und Feuerwerken.

Feste wie folgendes gefallen mir persönlich gar nicht gut, aber sie gehören nun mal zur Schweiz ;-)

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=pF2J307MA5I[/flash]

Das Feuerwerk ist der Höhepunkt der Aktivitäten. Es ist zwar jedes Jahr praktisch dasselbe (wie auch an Neujahr), doch zieht es dennoch jeweils beinahe die gesamte Schweiz in seinen Bann. Hier ein Ausschnitt aus Basel:

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=FzSk3-CUylg[/flash]

Und natürlich gehörte zu diesem Tag auch ein passender Google Doodle auf google.ch dazu:
Google Doodle 2006

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