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ReviewMe mit neuem Werbemodell

In der letzten Zeit beschäftige ich mir sehr stark mit neuen Werbemodellen im Internet. Denn ich bin überzeugt, dass Bannerwerbung nicht das Ende der Fahnenstange sein kann und dass es neue Werbemodelle geben wird und geben muss. PayPerPost hat in der letzten Zeit Aufsehen erregt, doch nicht nur im positiven Sinn. Dort können Unternehmen “Schleichwerbung” auf Blogs kaufen, ohne dass dargelegt werden muss, dass es sich um Werbung handelt.

ReviewMe

Ganz anders operiert das kürzlich gelaunchte ReviewMe. Dort können Unternehmen keine Schleichwerbung, sondern “Reviews” auf Blogs kaufen. Diese Reviews müssen nicht unbedingt positiv sein (wobei vermutlich trotzdem in der Regel positive Beiträge resultieren werden) und müssen in irgend einer Art und Weise als bezahlt dargelegt werden (so wie dieser Beitrag hier, siehe unten). Blogger können sich anmelden und erhalten dann aufgrund diverser Kriterien (Technorati-Rank, Alexa-Rank, RSS-Abonnementen etc.) einen Preis pro Review zugeteilt, der 50:50 mit ReviewMe geteilt wird (auf Chuchichäschtli kostet ein Review derzeit $60, also bekomme ich $30 für diesen Beitrag).

Die Idee von ReviewMe ist gut, weil:
- Die Reviews nicht von den Unternehmen, sondern von den Webmastern verfasst werden
- Die Reviews (i.d.R.) ehrlich gemeint sind und keine Schleichwerbung erhalten
- Mit diesem Modell womöglich auf nervende Bannerwerbung verzichtet werden kann
- ReviewMe für ihren Launch auf ihr eigenes Modell gesetzt haben und weiterhin setzen. Sie geben $100.000 für fremde Reviews aus. Wenn das kein committment ist!

Die Idee von ReviewMe ist problematisch, weil:
- Die Grenzen zwischen Inhalten und Werbung noch stärker verschwimmen als mit AdSense und Co.
- Die Webmaster durch den finanziellen Anreiz einen Anreiz haben, positiv über die zahlenden Unternehmen zu schreiben.
- Webmaster die Glaubwürdigkeit vor ihren Benutzern verlieren könnten, wenn sie zu viele Reviews schreiben und die eigentlichen Inhalte zu vernachlässigen beginnen

Weitere Meinungen:
Techcrunch
Bloggingtom

Hinweis:
Für diesen Beitrag wurde Chuchichäschtli von ReviewMe entschädigt. Der Text wurde jedoch uneingeschränkt von Chuchichäschtli verfasst und stellt die vollumfängliche Meinung von Chuchichäschtli dar.

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Medienverhalten junger Menschen: Ist Werbung tot?

Wieder einmal gibt es ein unterhaltsames Panel moderiert von Guy Kawasaki. 6 junge Menschen aus der Bay Area wurden über ihr Medien- und Technologieverhalten befragt, um von der älteren Generation (= Eltern, Investoren und Co.) besser verstanden zu werden. Film ab:

[flash]http://video.google.com/videoplay?docid=3327957388825424380[/flash]

Alternativ: Getaggte Version des Videos auf veotag

Learnings aus dem Panel:
- Es werden bis zu 4000 SMS pro Monat verschickt (da soll mal einer sagen, SMS sei in den USA noch nicht angekommen)
- Mobiltelefon ist deutlich wichtiger als Festnetz
- Mit Mobiltelefon werden i.d.R. keine Fotos gemacht. Fotos werden mit separaten Digicams gemacht
- Praktisch jeder hat sowohl einen Myspace- als auch Facebook-Account
- Die durchschnittliche Anzahl “Freunde” bei Myspace/Facebook ist 100. “Topuser” haben bis zu 700 “Freunde”
- Die “Top 8 Friends” haben bei manchen eine hohe soziale Bedeutung
- Diejenige, die 4000 SMS schreibt, hat gleichzeitig noch über 40 IM-Fenster offen. Sie kommuniziert nur noch den ganzen Tag und hat keine Zeit mehr für sonst etwas
- Manche kaufen alles online (auch Lebensmittel). Es geht sogar so weit, dass sie Schuhe/Kleidung im Laden ausprobieren (um sicherzustellen, dass es passt) und dann via Preisvergleich online kaufen. Das gefällt mir :-). D.h. der Trend scheint wirklich dahin zu gehen, dass man alles online kauft.
- Musik: Auf iTunes werden zwischen $10-50 pro Monat ausgegeben. Gut im Rennen sind auch Pauschalangebote wie Yahoo Music.
- TV: Konsum ist deutlich rückläufig (ca. 1 Stunde pro Woche). Werbung wird mit Festplattenrecordern (TiVo und Co.) übersprungen. Good luck @ TV-Industry ;-)
- Musik: Jeder hat einen iPod
- Apple-Produkte erleben deutlichen Aufwind (durch iPod und Co.)
- Die durchschnittliche iTunes-Sammlung umfasst ca. 1000-3000 Songs
- Videos werden auf iPod selten geschaut (zu teuer, braucht zu viel Strom)
- Der Computer ist das Zentrum der jungen Leute (welch Überraschung)
- Lokale Software (wie MS Office) ist immer noch sehr wichtig
- Werbeblocker sind im Trend (sowohl beim TV als auch bei Websites)
- Mund-zu-Mund Marketing (Empfehlungen von Freunden) scheint wichtiger zu werden. Auch Marken scheinen wichtiger zu werden. Wenn man einmal einen guten Anbieter gefunden hat, bleibt man mit hoher Wahrscheinlichkeit bei ihm, wenn es nicht einen deutlichen Anreiz gibt, zu wechseln.
- Myspace/Youtube könnten sich als gute Werbeträger eignen. Aber nicht im old-school Bannerstyle (merke: Banner werden ausgeblendet, entweder via Hirn oder via Werbeblocker), sondern mit neuen Varianten (branded channels etc.)
- Physische Medien werden beachtet: Riesenplakate, Magazine etc. (z.B. wird Wired sehr stark gelesen)
- Games: Wenn gespielt wird, dann hauptsächlich online (Singleplayer-Modus wird kaum gespielt). Werbung in (Online-)Spielen wird kaum beachtet
- Online-Videoclips werden rege benutzt (CNN, Youtube und Co.)
- Email ist sehr wichtig (v.a. für formelle Schreiben)
- Wikipedia konkurrenziert mit Suchmaschinen bei Informationssuche
- Konvergenz ist wichtig. Niemand will für jede Funktion ein eigenes Gerät. All-in-one Systemen gehört die Zukunft.
- Wireless ist ein grosses Thema. Niemand hat Lust auf dutzende Kabel und Adapter
- Internet via Mobiltelefon ist noch zu teuer (ca. $60). Wäre es günstiger, würde es öfter genutzt (ca. $15)

Achtung: Diese Aussagen sind natürlich mit Vorsicht zu geniessen. Bei einer Stichprobe von 6 Leuten darf man natürlich streng genommen gar keine induktiven statistischen Aussagen machen.

Und wenn wir schon dabei sind, hier noch mein “Profil”:
- Ich sende im Durchschnitt 1 SMS pro Tag
- Ich erhalte/tätige im Durchschnitt je 1 Anruf mit Mobiltelefon und mit Festnetz pro Tag
- Ich benutze keinen IM (ich hasse es, es lenkt mich zu sehr ab!)
- Ich mache keine Fotos via Mobiltelefon, jedoch via Digicam (Casio Exilim –> SEHR zu empfehlen). Videos mach ich auch mit meiner Exilim (sehr gute Qualität).
- Mobiltelefon ist wichtig, aber nicht mein Zentrum (Zentrum ist immer noch der PC)
- Mein Palm ist mein Gehirn und mein mobiles Fotoalbum (und vermutlich wirds bald ein Treo werden, siehe das Thema Konvergenz weiter unten)
- Ich benutze Social Networks nicht sehr oft (am meisten benutze ich openBC zur professionellen Kontaktpflege; Rest ist Firlefanz)
- Ich würde am liebsten alles online kaufen, tue es aber noch nicht (ist aber nur eine Frage der Zeit, also der Gewohnheit)
- Ich höre keine Musik
- Ich besitze seit 6 Jahren keinen TV mehr
- Lokale Software ist für mich immer noch sehr wichtig (Office, Bildbearbeitung etc.)
- Ich benutze keinen Werbeblocker (ausser Popupblocker in Firefox); klicke aber sehr selten auf Bannerwerbung. Layerwerbung wird nicht beachtet.
- Mund-zu-Mund ist mir sehr wichtig (aufgrund Informationsüberflutung verlasse ich mich auf Empfehlungen von Freunden)
- Physische Medien (Bücher, Magazine) benutze ich oft
- Ich spiele nicht
- Ich liebe Online-Videos und bin überzeugt, dass ich mir bald meinen eigenen Channel zusammenstellen kann, der auf meine Interessen zugeschnitten ist (= modernes TV)
- Email ist mir sehr wichtig
- Wikipedia ist mir sehr wichtig (generell vertraue ich den Informationen)
- Konvergenz/Wireless ist wichtig. All-in-one Geräten gehört die Zukunft
- Ich benutze kein mobiles Internet (zu unbequem, zu teuer)

Fazit:
1. Auf das Geschäftsmodell “Werbung” würd ich mich nicht verlassen. Für gute Dienstleistungen/Produkte gibt es meines Erachtens immer eine gewisse willingness to pay. In der Werbewelt wird meiner Meinung nach nur noch “intelligente” Werbung funktionieren. Billige/untargetierte Anzeigen haben langfristig wohl keine Chance.
2. Mund-zu-Mund wird immer wichtiger (und vermutlich die Frage, wem man überhaupt vertrauen kann/soll)
3. Konvergenz/Wireless ist ein heisses Thema

Frage in die Runde:
Wie sieht Euer Medienverhalten aus? Was sind Eure Learnings? Ich freue mich auf alle Kommentare.

Updates:
1. Marktforscher aufgepasst: Bei Ayom und RealWWZ sind bereits mehrere Menschen meinem Beispiel gefolgt und haben ihr Verhalten offenbart.
2. Universitäten aufgepasst: Da könnte man ja glatt eine grösser angelegte Studie zum Thema machen. Fänd ich interessant.

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